Deutscher Mieterbund
Kieler Mieterverein e.V.

Kiel, den 15.09.2010

Mietnomaden dringend gesucht

Da kann man sich ja ein Schmunzeln nicht verkneifen; seit Jahren betet die Haus- und Grundeigentümerorganisation eine Mietrechtsänderung herbei, um das weit verbreitete Problem der Mietnomaden endlich in den Griff zu bekommen. Und nun dies: In den Kieler Nachrichten vom 14.09.2010 findet sich der Aufruf an Kiels Vermieter, Opfer von Mietnomaden mögen sich doch bitte bei Haus & Grund melden. Was schließen wir daraus: Mietnomaden sind scheues Wild.

Sie machen einen großen Bogen um die Klientel von Haus & Grund, um ja nicht aufzufallen. Recht so! Um das Anliegen von Haus & Grund Kiel zu unterstützen appelliert der Kieler Mieterverein daher an alle Mietnomaden, sich mit Namen und ladungsfähiger Anschrift bei Haus & Grund Kiel zu melden, um dem Verband aus der Klemme zu helfen.

 

Aber im Ernst: Wie lautete doch gleich die Antwort der Bundesregierung (16/1844) auf eine kleine Anfrage der FDP (16/1723)? Das geltende Mietrecht bietet Vermietern, deren Mieter die vereinbarte Miete nicht zahlen, einen „sachgerechten und ausgewogenen Schutz". Hieran hat sich seither nichts geändert. Dem ist nichts hinzuzufügen.

An einem möchte der Kieler Mieterverein aber keinen Zweifel lassen: Mietnomaden sind nichts anderes als Kriminelle. Der Kieler Mieterverein bedauert, dass Vermieter hin und wieder Opfer von solchen Tätern werden und auf einem beträchtlichen Schaden sitzen bleiben. Dies ist indessen ein Phänomen wie andere Kriminalität auch: Es ist bei Strafe verboten, Menschen im Straßenverkehr zu verletzen und trotzdem geschieht es. Doch werden die Autos deswegen nicht abgeschafft. Es ist verboten, Kautionen zu unterschlagen oder zu veruntreuen oder Mieterinnen und Mieter mit vorgetäuschtem Eigenbedarf, manipulierten Betriebskostenabrechnungen o.ä. zu betrügen. Deswegen gilt: Kriminalität muss man bekämpfen, aber man soll sich dabei um redliche Argumente bemühen.

Verantwortlich: Jochen Kiersch, Kiel